L1 use in peer interaction in Korean university German as a foreign language (DaF) conversation classes: A theoretical review and directions for future research
This study critically reviews recent research on L1 use in German as a foreign language and a second language (DaF/DaZ) and examines its applicability to DaF conversation classes at Korean universities, with the aim of providing theoretical and empirical foundations for classroom and task design. While L1 was traditionally regarded as an obstacle to target-language acquisition, contemporary perspectives — including multilingualism, codeswitching, and translanguaging — reframe it as an interactional and pedagogical resource. Korean university DaF conversation classes are shaped by a teacher-centered instructional culture, a shared L1 (Korean) with English as an additional linguistic resource, and limited exposure to German outside the classroom. Existing DaF/DaZ studies, however, focus predominantly on multilingual European settings and offer limited transferability to the Korean context, while research on learner-learner interaction and L1 use in Korean DaF classrooms remains virtually absent. This study traces the theoretical evolution of perspectives on L1 use, synthesizes recent empirical findings from DaF/DaZ interaction research, and identifies context-specific research needs. By establishing a conceptual framework grounded in the Korean university DaF context, the study aims to inform the design of conversation tasks and instructional strategies that balance target-language use with strategic L1 deployment.
Die vorliegende Arbeit unterzieht die jüngere Forschung zur L1-Verwendung im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) einer kritischen Bestandsaufnahme und prüft deren Übertragbarkeit auf den DaF-Konversationsunterricht an koreanischen Hochschulen. Ziel ist es, theoretische und empirische Grundlagen für die Unterrichts- und Aufgabenplanung bereitzustellen. Galt die L1 lange als Hindernis für den Zielsprachenerwerb, so wird sie in neueren Ansätzen — darunter Mehrsprachigkeit, Codeswitching und Translanguaging — als interaktionale und lernförderliche Ressource neu bewertet. Der koreanische DaF-Konversationsunterricht ist durch eine lehrkraftzentrierte Unterrichtstradition, eine gemeinsame L1 (Koreanisch) mit Englisch als zusätzlicher Sprachressource sowie eingeschränkte Zielsprachenkontakte außerhalb des Unterrichts gekennzeichnet. Die bisherige Forschung ist jedoch überwiegend auf mehrsprachige europäische Kontexte ausgerichtet und auf die koreanische Lehr-Lern-Situation nur bedingt übertragbar; zudem liegen kaum Studien zur Lerner-Lerner-Interaktion und L1-Verwendung im koreanischen DaF-Unterricht vor. Die Arbeit zeichnet den theoretischen Wandel im Umgang mit der L1 nach, bilanziert aktuelle empirische Befunde der DaF/DaZ-Interaktionsforschung und benennt kontextspezifischen Forschungsbedarf. Als literaturbasierte Grundlagenarbeit entwickelt sie einen konzeptuellen Rahmen, der auf die Gestaltung von Konversationsaufgaben und Unterrichtsstrategien abzielt, bei denen zielsprachliche Interaktion und strategische L1-Verwendung in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden.